Ziviler Friedensdienst in Palästina / Israel
Die offiziellen Friedensbemühungen stagnieren. Frustration darüber macht sich breit und birgt ein hohes Risiko für eine erneute Gewalteskalation. Gleichzeitig setzen sich auf beiden Seiten zivilgesellschaftliche Gruppen mit gewaltfreien Methoden für ein Ende der Besatzung und einen gerechten Frieden ein.
Vor diesem Hintergrund unterstützen wir im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes unsere lokalen Partner darin, folgende Ziele zu erreichen:
● Akteure und Initiativen, die Teil der gewaltfreien, menschenrechtsbasierten Bewegungen sind, haben ihre Kapazitäten der Partizipationsmechanismen, der Interessen-Äußerung und gewaltfreien Durchsetzung dieser erweitert und insbesondere Frauen und Frauen-Initiativen entwickeln eigene Formen der Beteiligung.
● Akteure und Initiativen, die Teil der gewaltfreien, menschenrechtsbasierten Bewegungen sind, verfolgen effektivere Ansätze und Strukturen, die zu ihrem Schutz und dem Schutz anderer Menschenrechtsverteidiger*innen beitragen.
● Akteure und Initiativen, die Teil der gewaltfreien, menschenrechtsbasierten Bewegungen sind, erarbeiten Lobby- und Advocacy-Strategien. Sie erreichen mit ihren Anliegen, insbesondere der Förderung und dem Schutz von Menschenrechten und (W)HRDs, eine breitere Öffentlichkeit sowie relevante Entscheidungsträger*innen in der Region und im Ausland, damit sich diese effektiver für eine Beendigung der Besatzung einsetzen.
Unsere Partner
Seit 2015 arbeiten wir mit der selbstorganisierten Fraueninitiative im Dorf Al-Walajah nahe Bethlehem zusammen. Die Dorfbevölkerung ist zunehmenden Repressionen durch das israelische Militär ausgesetzt: immer mehr Checkpoints werden gebaut und damit die Bewegungsfreiheit weiter eingeschränkt. Häuser werden demoliert oder eingerissen. Zudem ist das Dorf bedroht, von der Separationsmauer komplett umschlossen zu werden.
Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit ist es, den Willen der Frauen zum Sumud - „Existence is Resistance“ - zu unterstützen. Sie gestalten ihre Hinterhöfe und Gärten, bauen Möbel und lernen Workshops anzuleiten. Ihren Handlungsspielraum für eine bessere Lebensqualität gilt es zu steigern. Denn für Palästinenser*innen bedeutet es bereits einen Erfolg, unter verschäfter Repression Sumud zu zeigen - sprich standzuhalten.
Youth Against Settlements (YAS) in Hebron haben sich 2008 gegründet und sind eine ausschließlich von Freiwilligen getragene Initiative. Sie unterhält ein Jugend- und Bildungszentrum in einem palästinensischen Haus, das zunächst von israelischem Militär, dann von Siedler*innen besetzt war und durch gewaltfreie Aktion für palästinensische Nutzung zurück gewonnen wurde. Ziel ist die Stärkung und Bildung vor allem junger Palästinenser*innen, um sie zu ermutigen, in den von Siedlungen bedrohten und betroffenen Gebieten zu bleiben, standzuhalten und gewaltfreien Widerstand zu leisten. Die Aktivitäten beinhalten direkte Aktionen wie z.B. die jährliche Open Shuhada Street Campaign. Außerdem organisieren sie eine gewaltfreie Schutzgruppe, die von Siedlergewalt betroffene Anwohner*innen durch schützende Präsenz und Medienarbeit unterstützt.
Projektdaten im Überblick
Titel:
„Stärkung gewaltfreier Initiativen“
Partner:
Fraueninitiative Al-Walajah
Youth Against Settlements (YAS)
Weitere gewaltfreie Initiativen
Ansprechpartnerin bei der KURVE Wustrow: Hanne Celis hcelis(at)kurvewustrow.org














